Ausgabe 3_2017
Startseite
An diesen Ausspruch des römischen Politikers, Anwalts, Schriftstellers und Philosophen Marcus Tullius Cicero (106 bis 43 v. Chr.) fühlt man sich erinnert, wenn man die aktuellen Entwicklungen im Fussballsport verfolgt. Den Ausgangspunkt für die nachfolgenden Betrachtungen bieten die Schlagzeilen, die im Juli und August 2017 ein «Jahrtausendtransfer» hervorgerufen hat.
Im Mittelpunkt des Medienspektakels stand der Brasilianer Neymar da Silva Santos Júnior, genannt Neymar oder Neymar Jr., 25 Jahre, ein sicherlich mit überdurchschnittlichem spielerischem Talent ausgestatteter Fussballspieler. Als solcher war er im Jahr 2013 vom FC Santos zum FC Barcelona gewechselt. Bis heute haben Richter, Staatsanwälte und Steuerbehörden noch nicht genau ermitteln können, wie viel Geld bei diesem Transfer in wessen Taschen ordnungsgemäss versteuert oder unversteuert floss. Der katalanische Fussballklub glaubte sich der Dienste Neymars für die vereinbarte Vertragslaufzeit sicher, weil in einer Ausstiegsklausel eine Vertragsauskaufsumme exorbitanten Ausmasses (222 Mio. Euro) festgelegt worden war. Da aufgrund der UEFA Club Licensing and Financial Fair Play-Regulations (FFP-Regeln) ein in europäischen Wettbewerben tätiger Fussballklub – vereinfacht gesprochen – im Grundsatz nicht mehr Geld ausgeben darf, als er einnimmt, schien ein Wechsel des Spielers vor Ablauf der Vertragslaufzeit undenkbar.
Nun hat aber Neymar zusammen mit seinem neuen Wunscharbeitgeber, Paris Saint Germain (PSG), dessen 100 %-igen Eigner Qatar Sports Investments (QSI) und einer Vielzahl von Beratern einen Weg gefunden, wie das eigentlich Undenkbare doch erfolgreich umgesetzt werden konnte. Die QSI soll die Werberechte an Neymar für rund 300 Mio. Euro erworben haben. Damit konnte sich Neymar selbst aus dem Vertrag beim FC Barcelona herauskaufen, was hingegen PSG aufgrund der Bindung an die FFP-Regeln vermutlich nicht möglich gewesen wäre. Zudem soll Neymar im Gegenzug als offizielles Gesicht für die im Jahr 2022 in Qatar stattfindende FIFA Fussball-Weltmeisterschaft zur Verfügung stehen.